Herbsturlaub auf dem BunBo Hausboot

BunBo

​BunBo - das Hausboot. Camping auf dem Wasser!

​Zum Ende der Saison waren wir von BunBo in Brandenburg eingeladen, diese Urlaubsform zu testen.

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Wie sind wir überhaupt auf diese Idee gekommen?

Nun, zum Einen waren wir natürlich von der "Urlaubsform Hausboot" begeistert, seid wir im April 2017 die Tour mit dem Narrowboat in Wales gemacht haben.

Zum Anderen haben wir bei unserem Sommertrip in Mecklenburg die verschiedensten Hausboot Typen gesehen und dabei sind uns die BunBo Boote (Abkürzung für Bungalow Boot) besonders positiv aufgefallen. Die sehen nämlich nicht so langweilig aus wie klassische Boote und haben genug Platz für eine Familie, ohne dass man verschiedene Ebenen hat.

Da wir ja nun doch zu einem gewissen Grundkomfort beim Camping neigen, war es für uns wichtig, dass das Boot ein Badezimmer mit Dusche hat.

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Aber fangen wir erstmal vorn an, denn schon die Anreise mit meinem Westfalia Columbus war spannend genug, da uns 29km vor dem Ziel in Brandenburg ein Kurzschluss zu einem Stopp zwang.

Dank der schnellen Hilfe des ADAC konnten wir die Fahrt aber fortsetzen und waren "nur" 90 Minuten später als geplant an der Marina Zernsdorf, wo uns BunBo Nr. 102 übergeben wurde.

Hier könnt Ihr sehen, in welcher Region wir unterwegs waren:

Für bewegte Bilder zur Anreise, zur Panne und zum Start der Tour schaut Euch dieses Video an:

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Nachdem wir unsere persönlichen Sachen und einige Vorräte an Bord gebracht hatten, gab es eine ausgiebige Einweisung von Stationsleiter Norbert, die mit einer Probefahrt ihren Höhepunkt fand. Offensichtlich hatte sich Käpt'n Toddy nicht allzu schlecht angestellt und wir wurden gegen 16.30h in unser BunBo Abenteuer entlassen.

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​Da es Ende Oktober natürlich schon recht früh dunkel wird und wir nach dem aufregenden Tag hungrig und müde waren, entschlossen wir uns, nicht mehr allzu lang zu fahren.

Es ging vom Krüpelsee aus ein Stück die Dahme hinunter und kurz vor dem Dolgensee fanden wir unsere erste Anlegestelle für die Nacht.

Das "Einparken" klappte recht gut und die gesamte Besatzung freute sich auf das Abendessen und eine ruhige Nacht.

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​Die hatten wir denn auch. Im hinteren Teil des BunBo befinden sich 2 nebeneinander gelegene Schlafzimmer mit breiten Betten, so dass unsere Kinder (6 & 11) auch keine Probleme hatten, ein Bett zu teilen.

Nach gemütlichem Frühstück ging es weiter über den See und statt direkt der Route Richtung Bad Saarow zu folgen, machten wir noch einen Abstecher zum Dörfchen Prieros, denn dort sollte es einen Supermarkt geben.

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​Mit dem ersten Anlegemanöver war ich allerdings nicht so glücklich und als ich es ein zweites Mal versuchte, stellte ich plötzlich fest, dass die Lenkung kaum noch reagierte.

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​Kein schönes Gefühl!

Leicht manövrierunfähig setzten wir erstmal den Anker und riefen Norbert in der BunBo Station an. Wir einigten uns darauf, dass er mit dem Auto zu uns kommen würde, während wir versuchen sollten, doch noch den Anleger von Prieros zu erreichen.

Das gelang uns tatsächlich und ziemlich erleichtert warteten wir, bis Hilfe kam.

Norbert hatte noch einen Kollegen mitgebracht und gemeinsam machten sich die Beiden daran, den Schaden zu begutachten und die Reparatur zu starten. Dazu musste tatsächlich die ganze Seite des Bootes geöffnet werden.

Lenkgetriebe und Welle zum Motor mussten getauscht werden, was dann schon ein ordentlicher Arbeitsaufwand war.

Wir nutzten derweil die Zeit und besorgten uns in der örtlichen Metzgerei leckere Buletten und erledigten auch unseren Einkauf im Edeka.

Das Wetter war richtig schön und so war der längere Zwischenstopp in Prieros auch durchaus gut zu überbrücken.

Wir waren dann sehr happy, als Norbert uns gegen 15 Uhr vermelden konnte, dass alles wieder funktionierte und legten direkt ab, um die verbleibende Helligkeit noch zu nutzen.

Nach einem kurzen Stück zurück auf der Dahme bogen wir rechts ab in Richtung Langer See, den wir ebenso überquerten wie den dann folgenden (und ziemlich großen) Wolziger See.

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Ohne Mühe fanden wir die Ausfahrt aus dem See und in den Storkower Kanal und legten direkt hinter der nächsten Brücke an einem ruhigen Steg an.

Ihr könnt Euch vorstellen, wie es uns ging?!

Genau: hungrig und müde! Also wurde lecker gekocht und dann kuschelten wir uns mit einem Film auf die Couch.

Der zweite aufregende Tag ging zu Ende!

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Bei erneut sonnigem Wetter folgte am nächsten Morgen eine besonders schöne Strecke.

Der Storkower Kanal ist hier recht schmal und windet sich durch die Natur. Kaum zu glauben, dass man sich nur wenige Kilometer außerhalb des Berliner Speckgürtels befindet.

Der Tag hielt dann auch neue Herausforderungen bereit: Schleusen!

Diese nahmen wir zwar mit Respekt in Angriff, waren aber ziemlich entspannt als wir merkten, dass hier alles automatisch und zum Teil sogar mit Schleusenwärter funktioniert.

Das kannten wir aus Wales ja ganz anders!!

Die Kummersdorfer Schleuse war der erste Streich und dann ging es vorbei an einem Örtchen, das tatsächlich den Namen "Philadelphia" trägt.

Ihr könnt mir ja mal in die Kommentare schreiben, wenn Ihr wißt, ob das mit Amerika oder dem Käse zu tun hat.... ;-)

Bald darauf folgte die Schleuse Storkow mit dahinter liegender Klappbrücke. Da noch ein anderes Boot mit unserem BunBo in der Schleuse war, bekamen wir davon gar nicht viel mit, denn die andere Besatzung kümmerte sich um Alles.

Direkt im Anschluss folgte der Große Storkower See, der uns vorkam, als wären es tatsächlich zwei Seen, denn er hat zwei "Teile", die durch einen engeren Bereich getrennt werden.

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Nach der Überfahrt folgten wir erneut dem Storkower Kanal bis zur letzten Schleuse in Wendisch Rietz. Direkt hinter der Schleusenkammer kommt der kommunale und kostenfreie Anleger, an dem wir einen problemlosen und wunderschönen Fahrtag auf dem BunBo beendeten, nicht ohne aber wenig später noch einen Entdeckungsspaziergang durch das "Tor zum Scharmützelsee" zu machen.

Dabei fanden wir einen nah gelegenen Edeka mit Bäckerei, mehrere Cafés und Restaurants sowie eine große, direkt am See gelegene Ferienhaussiedlung.

Von einem Steg aus hatten wir schon einen Panoramablick auf den 12km langen Scharmützelsee, den wir am nächsten Tag in Angriff nehmen wollten.

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Heute war es aber erstmal Zeit für einen Restaurantbesuch, da wir uns die letzten Tage ja doch komplett selbst versorgt hatten.

Die Wahl fiel auf die Gaststätte Zum Meesingkrug , denn dort wurde Rippchen und Burger angepriesen - alles hausgemacht. Das war eine gute Entscheidung:

Leckeres Essen, gemütliches Ambiente und eine sehr nette Bedienung.

Neuer Tag, neues Abenteuer.

Es fiel uns releativ schnell auf, dass der Wind heute ordentlich aufgefrischt hatte.

Daher war der Plan, mal mit dem BunBo auf den Scharmützelsee rauszufahren, um zu sehen, wie sich das so anfühlt.

Gesagt getan, aber nach einer halben Stunde war sich zumindest der Rest der Besatzung ziemlich sicher, dass es sich nicht sehr gut anfühlte und als verantwortungsvoller Kapitän nahm ich die Sorgen ernst und lenkte das BunBo ruhig und sicher zurück zum Anleger in Wendisch.

Meine 1. Offiziersfrau hatte derweil schon eine sehr gute Alternative überlegt: Fahrt mit dem Bus nach Bad Saarow!

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Kaum hatten wir den Bus verlassen und die Stadtbesichtigung begonnen, klingelte das Telefon. Es war Norbert von der BunBo Station, der uns mitteilte, dass ab Morgen für etwa 24 Stunden eine fette Sturmwarnung herausgegeen wurde und er wollte uns doch bitten, uns zu einem sicheren Ort zu begeben.

Tja, wie sagt man so schön: alles richtig gemacht!

Zunächst kehrten wir mal ins Café Dreißig ein, wo meine Tochter ein neues Leibgericht entdeckte: die Schlemmerbemme!

Wie? Kennt Ihr nicht? ;-)

Wir natürlich vorher auch nicht. Es handelt sich schlicht um eine sehr leckere Scheibe Brot mit Rührei obendrauf.

Was wir sonst noch in dieser sehr schönen Stadt erlebten, könnt Ihr im zweiten Video sehen:

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Der Bus brachte uns dann später wieder sicher zurück zum BunBo nach Wendisch.

Und hier noch dazu ein Bild meines schmackhaften Abendessens im Restaurant Pechhütte Bad Saarow, was ich sehr empfehlen kann:

BunBo

Wir verbrachten dann noch zwei weitere Nächte in Wendisch-Rietz, denn wir wollten aufgrund der Sturmwarnung kein Risiko eingehen.

Zum Glück traf es uns nicht allzu schlimm und das was uns am Meisten plagte, war die Vorstellung, was alles hätte passieren können. Die "Sturm-Nacht" war allerdings schon recht unruhig, denn der Regen prasselte extrem hart auf das Bootsdach.

Am Sonntag Nachmittag hieß es denn aber doch "Leinen los", denn wir mussten schon unseren Zeitplan ein wenig im Auge behalten, um pünktlich wieder zurück an der BunBo Basis zu sein. 

Die Schleusen und der Storkower Kanal waren recht angenehm zu fahren, während die Seen aufgrund des doch noch ganz pustigen Windes schon spannend waren.

Wir folgten der alten Kanuregel: immer in die Wellen hineinfahren und so war es ein gut einschätzbares Abenteuer.

Die Nacht verbrachten wir im Hafen von Storkow direkt vor der Schleuse und machten noch einen Spaziergang zur Burg Storkow, wo wir ins Burgstübchen auf ein Heißgetränk einkehrten.

BunBo

Sonst wäre es ja auch zu einfach....

Am nächsten Morgen fanden wir es an Bord des BunBo ungewöhnlich kalt. Die Heizung hatte schon vorher mal eine Fehlermeldung angezeigt, so dass ich mich entschlossen hatte, eine neue Gasflasche anzuschließen.

Die konnte nun aber nicht schon wieder leer sein....

Alle meine Versuche, die Truma Combi wieder zum Heizen zu bewegen, schlugen fehl... also war es wieder Zeit, den Norbert anzurufen ;-)

BunBo

​Der gute Samariter tauchte auch innerhalb einer halben Stunde auf, während ich schon mit dem Sohnemann die Brötchen fürs Frühstück besorgt hatte.

Die Lösung des Problems: das Manometer war kaputt und Norbert hatte genialerweise auch ein neues im Gepäck.

Muss ich erwähnen, dass es das erste Manometer war, der in dieser Saison auf einem BunBo kaputt gegangen ist....? ;-)

Mann-o-Meter!!

Wir konnten also das Boot schnell wieder aufheizen und kurze Zeit später ablegen.

Gegen Mittag machten wir eine Pause in Prieros - leider hatte die Metzgerei geschlossen, aber im Edeka fanden wir ein paar Leckereien zum Lunch.

Um dann am morgigen Rückgabetag nicht mehr viel fahren zu müssen und weil das Wetter sonnig und angenehm war, entschieden wir noch ein paar Kilometer dran zu hängen.

BunBo
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Es ging natürlich wie auf der Hinfahrt noch einmal die Dahme entlang; am Ufer kann man von der kleinen Datsche bis zum vornehmen Wohnhaus alles entdecken, immer mit eigenem Bootsanleger. Sehr schön!

BunBo

Der Übernachtungsplatz für die letzte Nacht an Bord des BunBo Nr. 102 wurde noch einmal ein echtes Highlight.

Eigentlich wollten wir an einer Bootswerft anlegen, aber dort war irgendwie kein Platz und wir erinnerten uns, dass man ja eigentlich überall stoppen darf, wo es nicht verboten ist.

Und schließlich hatten wir unsere Pfahlanker noch gar nicht für eine Übernachtung ausprobiert.

Wir fanden also eine kleine Flußbiegung vor der Brücke der Bindower Dorfstraße, wo wir wenige Meter vom Ufer festmachten. Auf der anderen Flußseite lag auch ein BunBo und es war einfach eine schöne und extrem friedliche Stimmung.

Nach dem Abendessen entzündete ich auf dem Deck noch ein Lagerfeuer in der Feuerschale und die Hausboot Romantik war perfekt.

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Am nächsten Morgen war es bewölkt, windig und sehr kühl, so dass wir glücklich waren, dass wir gestern noch weiter gefahren waren und nun nur noch etwa 45 Minuten bis zur BunBo Basis zurückzulegen waren. Das Wetter "half" somit ein bisserl dabei, dass wir das Boot abgeben wollten, denn eigentlich wollten wir gar nicht! ;-)

Es war eine spannende und doch entspannende Woche auf unserem roten Hausboot und ich kann diese Art Urlaub zu machen nur wärmstens empfehlen.

Camping auf dem Wasser ist nochmal total unterschiedlich von der gewohnten Variante zu Land.

Es ist wirklich Entschleunigung pur und die Perspektive vom Wasser aus ist eh eine ganz andere.

Im dritten und letzten Video der Tour könnt Ihr das alles nochmal miterleben, inklusive der romantischen Ankerung in der letzten Nacht:
BunBo

​Ich hoffe, ich konnte Euch ein paar Anregungen für Euren nächsten Urlaub geben.

Jetzt bin ich aber neugierig: habt Ihr schonmal Urlaub auf dem Hausboot gemacht? Wäre das was für Euch? Habt Ihr noch Fragen?

Dann rein damit in die Kommentare unten auf dieser Seite!

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  • Heike Geßner sagt:

    Hallo, mein Mann und ich haben in diesem Supersommer eine Woche mit dem Bunbo in eben diesem Revier verbracht. Ich habe uns in diesem Blogeintrag sofort wiedererkannt. Auch uns würde bei einer kleinen Panne schnell, unkompliziert und freundlich geholfen. Genauso ist es dort, das Gefühl mit dem Boot unterwegs zu sein… unvergleichlich schön. Wir hatten das Glück, jede Nacht auf einem der Seen ankern zu können, es hat sich einfach so ergeben. Und natürlich lässt sich bei warmem Wetter auch gut dort baden! Wir waren auch nur 2x kurz an Land, um unsere eigentlich reichen Vorräte etwas aufzufüllen. Das machen wir auf jeden Fall wieder und können es wirklich empfehlen!

  • Stefi sagt:

    braucht man dafür einen Bootsführerschein o.ä. ?

  • Lena sagt:

    Das klingt echt total toll! Auch wenn ihr so viele Pannen überstehen musstet – wie gut, dass immer sofort Hilfe da war. Ich hab schon öfters mal gedacht, dass so ein Hausboot-Urlaub schön sein muss. Aber jetzt hab ich echt richtig Lust drauf!

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